Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009, Pilatus XIII

Sonnenaufgang auf dem Pilatus

Bangkok, 17.03.2022

Lieber B.

Es freute mich ausserordentlich und es ist fast unaussprechlich, beinahe unbeschreiblich, die Bekanntschaft mit Dir vorgestern aufgefrischt zu haben: Aus 9’000 Kilometern Entfernung habe ich Dich als ausserordentlich freundlichen und sympathischen Zeitgenossen wahrgenommen. Am Montag führte ich mit dem Füllfederhalter Deinen Namen auf die Liste und fuhr mit dem Motorrad zur nahegelegenen Hochbahnstation und fuhr eine Station weiter – bis zur Endstation – zum Flughafen Suvarnabhumi.

In der Bahn bling-bling-blingte mein Telefon (drei Mal!). Ich war auf dem Weg zum Postbüro, um zwei Briefe in die Schweiz zu schicken: Mit «Registrierter»-Post. Den einen an die Zentrale Ausgleichskasse nach Genf und den zweiten an Felix.

Zwischenzeitlich hat Dir Herr Christoph Unterfinger, Hauptmann a. D., wahrscheinlich gesagt, dass er auch eine Kopie des Briefes an Felix erhalten hatte (~ Mitte Februar 2022 hatte er ihn im Briefkasten).

Es gibt zwei Vorteile, die mich dazu bewegen, die Briefe mit «Registrierter»-Post zu versenden: Mit dem «Tracking Status» kann ich am Laptop mit dem Brief virtuell mitreisen und mir wird digital gemeldet, wo sich der versandte Brief gerade befindet, und ich kann sehen, wenn resp. wann er dem Empfänger zugestellt wird.

Und zweitens kostet der Brief ein Vielfaches weniger als mit EMS oder DHL, also konkret CHF 8.—, im Gegensatz zu über CHF 40.—; erst kürzlich wurden die Porto-Preislisten den gestiegenen internationalen Transportkosten angepasst.

Manchmal ist es nicht sehr erfreulich, wenn das Mobiltelefon meldet, dass eine Benachrichtigung eingetroffen ist. Beispielsweise gebe ich Nachhilfeunterricht an Schüler der Schweizer Schule hier in Bangkok. Erst letzte Woche bit jemand irgendwelche Artikel in unserer «Mommys-Group» an; bei uns in Thailand ist die «Line-App», was bei Euch WhatsApp ist.

Seltsamerweise tönte mein Telefon also beim Eingang einer wie gesagt mehr oder weniger wichtigen Benachrichtigung. Ich muss ergänzend noch dazu sagen, dass ich vor noch nicht allzu langer Zeit, d. h., seit ich meine eigene WordPress-Seite aktiver bearbeite, mir den einen oder anderen Newsletter von anderen Webseiten-Betreibern abonniert habe. Im vorliegenden Fall von der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG). In kurzen Abständen meldete ein lauter, schriller Pfeifton das Eintreffen der Meldung in allen drei Landessprachen (Deutsch, Französisch und Italienisch).

Als ich am Abend mit Herrn Hans Gall telefonierte und eigentlich nur Dein ehrlich gemeintes, wunderbares Lob an ihn weiterleiten wollte, war er sehr überrascht – fast überwältigt – dass ich in Thailand bereits wusste, informiert war, dass er im Auenfeld in Frauenfeld u. a. den CdA getroffen hatte….

Ach ja, die Vollmacht, damit Du als bevollmächtigter Vertreter Einsicht in die Prozessakten bekommst, sende ich Dir noch nach.

Mit freundlichem Gruss

Fabian

Gelegenheit zur Einsichtnahme in die Prozessakten der Militärversicherung

Sehr geehrter Herr Lanz

Wie mit Frau Gisler telefonisch vereinbart, bevollmächtige ich mittels vorliegender Korrespondenz Herrn B.* (vormals: Kompaniekommandant San RS 67/267) auf Ihrer Gerichtskanzlei Einsicht in die Prozessakten mit der Fallnummer 5V 21 350 zu nehmen.

Wie von Ihnen gewünscht, wird telefonisch ein Termin festgelegt (Telefonnummer 041-228 63 30) und die Lokalität der Aktenedition exakt erklärt.

Sobald mir die relevanten Sachverhalte vorliegen, werde ich Ihnen innert der von Ihnen angesetzten Frist eine Stellungnahme per Diplomatischer Post zustellen.

Mit freundlichen Grüssen

Fabian Bucher

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009, Pilatus XII

Paul Babberger: Landschaft mit Sicht auf den Vierwaldstättersee und den Pilatus 1915

                                                                                   Bangkok, 24.02.2022

Sehr geehrter Herr Kellenberger

Für Ihre hilfsbereite, zuvorkommende und freundliche Bedienung bei der Abwicklung in den Gerichtlichen Angelegenheiten, die es administrativ abzuarbeiten gibt und jeweils Eingabefristen gewahrt und eingehalten werden müssen, ist man als Schweizer Bürger froh und dankbar, wenn man auf einen eingespielten Botschaftsmitarbeiterstab wie derjenige in Ihrer Botschaft abstützen kann, wo die individuellen Bedürfnisse und Anliegen behördlich professionell in die richtigen Kanäle und auf die korrekten (Zustell-)Wege aufgegleist, geleitet werden, gebührt Ihnen ein ausserordentliches Wort des Dankes!

In Kurzform überbrachte ich dieses Kompliment persönlich an Ihren Mitarbeiter, Herrn Pierre Chabloz, den ich hinter seiner Covid-19-Maske erst auf den zweiten Blick wiedererkannt hatte.

Die Suche nach der fraglichen Korrespondenz des Kantonsgerichts des Kantons Luzern, worin die Verlängerung der Frist für die Einreichung der Vernehmlassung an die Militärversicherung mitgeteilt, bewilligt wurde, gestaltete sich länger und schwieriger als gedacht, weil ich vergessen hatte, auf welchem postalischen Weg dieser Brief mich erreicht hatte. Wie aus der am 25.01.2022 an Sie gesendeten Nachricht hervorgeht, verwende ich seit Anfang dieses Kalenderjahres eine andere, eine neue Mobiltelefonnummer. Und wie Ihnen bekannt ist, verlangen sowohl das Bundesverwaltungs- wie auch Kantonsgerichte bei Beschwerden, Einsprachen eine Korrespondenzadresse in der Schweiz (m. E. in einigen Kantonen mitunter eine Briefzustelladresse im betreffenden Kanton). Das Kantonsgericht des Kantons Luzern sandte den Brief an meinen ehemaligen Leutnant in der Gebirgskompanie der Sanitätsrekrutenschule; er war damals Zeuge und mit dabei, als durch die starke körperliche Anstrengung und die wettermässig ungünstigen Verhältnisse meine lebenslange, unheilbare Krankheit manifest geworden war.

Ist es Ihnen möglich, die Mobiltelefonnummer in Ihrer Datenbank vorzunehmen resp. auf die Aktualisierung hin zu überprüfen und diese mir auf elektronischem Weg zu quittieren?

Gestern versandte ich beim thailändischen Postamt einen Brief in die Schweiz, und auf die Frage: «Wann trifft die Sendung beim Empfänger ein?», antwortete die Poststellenverantwortliche: «Die Zustelldauer nach Europa, in die Schweiz dauert voraussichtlich zwei Wochen – oder länger». Die Versandvarianten «mit Tracking» resp. «Registered» wären wohl rascher und sicherer, die Transportdauer kürzer gewesen, doch auch erheblich teurer!

Das sind in der Hauptsache die Gründe, weshalb der Versand mit Diplomatischer Post über Ihre Botschaftsvertretung meine Vorzugsvariante ist, Korrespondenzangelegenheiten, meinen Militärversicherungsgerichtsfall betreffend, voranzutreiben, solange meine erfolgte Eingabe, der Gesetzesartikel des Verwaltungsgesetzes des Kantons Luzern, § 28 Art. 4 – wonach eine elektronische Zustelladresse angegeben werden konnte, zusammen mit der Einverständniserklärung, dass die Zustellung auf elektronischem Weg erfolgen dürfe, noch nicht von allen beteiligten Parteien bewilligt worden ist.

Wie ich Ihnen in früherer Korrespondenz (E-Mails vom 16.12.2021 und vom 18.12.2021) gemeldet, mitgeteilt habe, zeigt sich die praktische Umsetzung der Gesetzesartikel oe Verwaltungsgesetzes, welche eine *-Markierung aufweisen und damit anzeigen, andeuten, dass sie noch relativ neu sind und einem Einführungsprozess unterworfen sind. So ist theoretisch nachvollzieh- und erklärbar, dass die bewährte traditionelle Methode noch immer Anwendung findet. Auch dass zur einwandfreien Abwicklung bei Internationalen Rechtsfällen die herkömmliche prioritär angewandt wird, insbesondere wie vorliegend, sehr komplexe medizinische / juristische Fragestellungen mit Kontrollcharakter untersucht werden, wo man schliesslich der Problematik auf den Grund gehen und des Pudels Kern finden will. – Mit anderen Worten: Dass bei der Implementierung von neuen Gesetzestexten eine längere Zeit verstreicht, als bei (politisch) weniger bedeutenden Geschäften, dafür habe ich vollstes Verständnis und verzichte diesbezüglich ganz und gar auf jegliche Kritik; was für mich matchentscheidend ist und im Vordergrund steht, ist die Tatsache, dass in vorliegender Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009 die Fehler korrigiert, der Fall neu aufgerollt, die offensichtlichen sowie die weniger offensichtlichen Mängel, Irrtümer sorgfältig ausgeleuchtet, zugegeben werden, und damit behoben und ein würdigeres Urteil ausgefertigt und schliesslich versandt und/oder versendet werden kann.

Explizit dankbar bin ich meinem ehemaligen Leutnant (beide beim Gradabverdienen), der die Gerichtskorrespondenz sage und schreibe dreiunddreissig Jahre nach dem tragisch und dramatischen Militärversicherungsfall stoisch, freundlich entgegennimmt, mit dem Natel fotografiert und mir mit einigen Klicks auf seinem Touch Screen den Schriftverkehr ermöglicht.

Bitte versenden Sie die am Dienstag, den 22.02.2022, aufgegebene Post.

Mit freundlichen Grüssen

Fabian Bucher

P. S. Gedruckt nachlesbar auf www.staatsschreiber.com.

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009, Pilatus XI

Pilatus bei Luzern, 2’128 m.ü.M.

Bangkok, 17.10.2012

Sehr geehrter Herr Professor Bors

«Audiatur et altera pars» (lateinisch für: «Gehört werde auch der andere Teil.» Es geht in die Endphase eines jahrelangen Rechtsdisputes: U.a. wurde mir im Juni 2008 «Bösgläubigkeit» vorgeworfen: Dies führte dazu, dass seither und bis und mit Februar 2014 uns die Invalidenrente um CHF 250.— pro Monat gekürzt und somit unser bescheidenes Familieneinkommen drastisch verkleinert wird wie auch wir mit dieser Massnahme finanziell existenziell stark bedroht sind.

Mit der Rückforderung des irrtümlich, d. h. fälschlicherweise zu viel ausgezahlten Ergänzungsleistungsbetrages aufgrund der mittels eines Vorbescheids (und nicht einer Verfügung) angekündigten Militärrente und der somit zu hoch berechneten minimalen Lebenskosten im Zeitraum zwischen 2005 und 2008 schiesst die Ausgleichskasse des Kantons Luzern über das Ziel hinaus!

Sie begründet das Fehlen des Guten Glaubens in dieser Angelegenheit damit, dass ich als Bürger hätte gewusst haben müssen, dass sofort nach dem Bekanntwerden des Hinzukommens einer Militärrente als weiteres Einkommen zur Invalidenrente, diese vollständig vom Ergänzungsleistungsbetrag abgezogen, subtrahiert hätte werden müssen.

Auf meine telefonische Anfrage bei der Ausgleichskasse, Abteilung Ergänzungsleistung, bezüglich dieses Sachverhalts bedeute die Ankündigung einer Militärrente durch die Militärversicherung mittels Vorbescheid noch keine rechtskräftige Rente, ergo müsse nichts gemeldet werden, wurde mir Mitte 2005 geantwortet.

Im Dezember 2005 wurde nach der Ankündigung einer Gesetzesänderung im Militärversicherungsgesetz (Herabsetzung des versicherten Verdienstes von 95 % auf 80 %) von meinem Anwalt ein Verfügungsbegehren gestellt und gleichzeitig informiert, es werde die Verfügung sofort nach Erhalt wieder sistiert. Was bedeutet dies nun rechtlich? Ist eine sistierte Verfügung viel mehr als ein Vorbescheid, welcher dem Wesen nach noch keine Rente darstellt? Und wenn ja, um wie viel weniger ist dann diese sistierte Verfügung, solange das Verfahren ruht, als eine erlassene Verfügung, die Rechtsgültigkeit hat? Und: Wenn eine Verfügung erlassen wird, gegen die eine Beschwerde geführt wird, gilt dann diese Beschwerde bereits als rechtsgültig erlassen, obwohl die Richter die Richtigkeit einer solchen Verfügung noch nicht beurteilt haben?

Zwischenzeitlich beurteilt das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen (vormals: Bern) diesen Fragekatalog: Habe ich tatsächlich fehlbar gehandelt, weil ich offenbar hätte wissen müssen, dass die Militärversicherungsrente dazu dient, die minimalen Lebenskosten abzusichern und nicht für die Reintegration hätte aufgewendet werden dürfen.

Ich zerbreche mir den Kopf, weil es mir in den fünf Jahren (2005 – 2010), die ich in erster Linie zur Abwicklung des Militärversicherungsfalles in der Schweiz verbracht hatte, nicht in vollem Masse gelungen war, den Sachverhalt exakt darzustellen, der dazu führte, dass ich vor 20 Jahren urplötzlich zuerst dienstuntauglich, dann erwerbsuntätig, schliesslich erwerbsunfähig und damit einhergehend Vollinvalid wurde.

Klarer und prägnanter kann ich es um Himmels Willen nicht ausdrücken: Der auslösende Grund war ein Gentest gewesen!

Noch bin ich weder ein Dramaturg oder ein Literat; doch vielleicht werde ich es noch, wenn ich Ihnen über die verheerende Entwicklung jenes Gentests, der sich quasi wie ein Wurm oder ein Bakterium in mein Leben schlich, berichte. Und ich komme nicht darum herum, Ihnen meinen Lebenslauf, meinen Werdegang zu erzählen, von Episoden zu berichten, um Ihnen so einen Eindruck, ein Gesamtbild meiner bisherigen Lebensabschnitte zu vermitteln.

Bitte nehmen Sie diesen ersten Brief (I/C) als kurze Einführung entgegen.

Mit freundlichem Gruss

Fabian Bucher (damals: Rodphuang)

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009, Pilatus X

Pilatus 2’128 m.ü.M.

Bangkok, 15.02.2022

Wiedereintritt in die Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew

Sehr geehrtes SVMB-Team

Seit 1992 wohne ich grossmehrheitlich in Thailand – mit kurzen Sommerferienaufenthalten und zweimal fünfjährigem Wohnsitz in der Schweiz. In Ihrem Archiv liesse sich wohl feststellen, wie viele Jahre ich seit der Diagnosestellung im Kalenderjahr 1990 Mitglied in der Vereinigung war. Vor allem die längere Studie unter der Leitung von Frau Dr. med. Niedermann bleibt mir in guter Erinnerung; diese wurde im Jahr 2009 durchgeführt, und wir Mitglieder konnten mit Bewegung, Sport einen aktiven Beitrag zur Erforschung dieser (noch) unheilbaren Krankheit leisten. Dass die Militärversicherung sich mit meinem Fall erneut beschäftigen muss, liegt in der Tatsache, im Sachverhalt begründet, dass ich nach 28 Jahren herausgefunden hatte, dass die Doktorandin mit «Dr. med. Oberbörsch» ein Arztzeugnis unterschrieben hatte, bevor ihr die Doktorwürde erteilt worden war; somit hatte sie gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Art. 3 lit. c. verstossen.

Schützenhilfe von Ihnen in dieser nervenaufreibenden Phase wäre sehr wertvoll. Bitte lesen Sie sich in meinen äusserst spannenden Bechterew-Fall ein. Auf der Webseite sind bisher ~ 50 Artikel veröffentlicht: www.staatsschreiber.com. Stellen Sie sich vor: Seit 30 Jahren bin ich nicht mehr erwerbstätig wegen eines Datenschutzlecks von besonders schützenswerten Personendaten, dem positiven Wangenschleimhautabstrichergebnis (HLA-B27), und damit der frühen gesicherten Diagnose. Für Bechterew-Betroffene liest sich diese Lebensgeschichte fast wie eine Detektivgeschichte, ein Kriminalroman: und tatsächlich plane ich, zwischen zwei Buchdeckeln diese Story zu publizieren.

Vor wenigen Tagen reservierte ich per Internet-Online einen persönlichen Konsultationstermin auf den 22.02.2022, um das von der Militärversicherung zugestellte Lebensbescheinigungsformular gegen das Vorzeigen eines Identitätsausweises, also Pass oder ID-Karte, dem Schalterbeamten der Schweizerischen Botschaft vorzulegen und beglaubigen zu lassen.

Zwischenzeitlich verfasse ich noch die eine oder andere Korrespondenz und schreibe eine weitere, zusätzliche Stellungnahme zum Vernehmlassungsverfahren, bei welchem die Fristerstreckung durch die Militärversicherung ersucht, vom Kantonsgericht des Kantons Luzern bis Ende Februar 2022 bewilligt worden ist, und veröffentliche diese auf oe Webseite ebenso.

Für Ihr Entgegenkommen bezüglich des Verzichts der Einforderung des diesjährigen Mitgliederbeitrages bedanke ich mich, und falls Sie Ideen oder Vorschläge haben, wie Sie weitere Rückdeckung und Schützenhilfe mir bieten können in diesem mit ungleichlangen Hellebarden, Lanzen geführten dreissigjährigen Kampf zwischen Versicherer und Versichertem, so habe ich in den nächsten Wochen stets ein Offenes Ohr und alle meine E-Mails lese und beantworte ich in kurzen, regelmässigen Intervallen.

In diesem Sinne danke ich für Ihre Bemühungen und verbleibe

mit freundlichen Grüssen aus Fernost

Fabian Bucher

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009, Pilatus IX

Bangkok, 13.02.2022

Lieber Walter / Picco

Lange ist es her, wo wir in unserer Jugend die Samstag-Nachmittage, unsere Freizeit im Pfarreizentrum St. Maria, im Sedelwald etc. miteinander gestaltet, verbracht hatten; wo wir in vielen Pfingstlagern uns auf das schönste im ganzen Jahr vorbereitet hatten: Das Sommerlager der Pfadfinderabteilung Emau!

Und jeder, der dabei war und nach so vielen Jahren auf YouTube die Video-Clips wieder-erlebt, fühlt sich im Nu zurück in der Zeit, erinnert sich plötzlich an längst Vergessenes, entdeckt die Charakter seiner «Pfadigschpänli» neu. Für diese Trouvaillen aus der Vergangenheit versuchte ich vor wenigen Tagen telefonisch Dich zu erreichen, stattdessen hinterliess ich eine Kurzmitteilung auf den automatischen Telefonbeantworter, doch warst Du wohl zu beschäftigt für die Entgegennahme eines Kompliments. Beim ersten Versuch unseren gemeinsamen Pfadikollegen Jürg Wiederkehr / Pen aus ~ 8’500 Kilometern Distanz zu erreichen, war ich nach dem zweimaligen Ertönen des Summtons auf Anhieb erfolgreich und die Telefonverbindung kam über das weltweite Satellitennetzwerk zustande. Jürg / Pen und ich sind uns vor ein paar Jahren zufälligerweise wieder begegnet und hatten uns mündlich unsere Lebensläufe erzählt. Gestern hatten wir erneut ein Déja-vu!

Das Schicksal hatte bei uns beiden auf eigenartig ähnliche Weise zugeschlagen und beim Zuhören seiner Lebensgeschichte wurde mir vergegenwärtigt und bestätigt, wie das Leben in unserer hochtechnologisierten, wohlorganisierten und hochzivilisierten Welt, insbesondere in der Schweiz, auf ganz tragische, abstrakt komische, ja gar auf entartete und unvorhersehbare Art und Weise einem ein Schnippchen schlagen kann, auf das unsere Gesellschaftsordnung mit den gegenwärtig gültigen Gesetzestexten noch überhaupt nicht vorbereitet ist, weil in den Gesetzesbüchern noch keine adäquate Anpassung für eine aktuellere Ausprägung stattgefunden hat.

Genauso wie Pen wurde ich schon in jungen Jahren aus gesundheitlichen Gründen als «erwerbsunfähig» beurteilt. Zur Lebensgeschichte von Pen will ich mich in diesem Schreiben nicht weiter äussern, kann es auch nicht, doch will ich dennoch mein Bedauern kundtun und zum Ausdruck bringen, dass der Vater Staat m. E auch in seinem Fall absolut lösungslos und unfähig dasteht, das Potential der Bürger der Schweizer Bevölkerung in einem höheren Effizienzgrad zu nutzen!

Was meinen Lebenslauf anbelangt, will ich stichwortartig Dir einen Überblick geben über meine Position, damit Du eine Idee bekommst, weshalb ich Deine Hilfe, oder besser gesagt «einen Tipp» von Dir benötige: Gegenwärtig bin ich juristisch in ein Vernehmlassungsverfahren mit der Militärversicherung involviert, worin es kurz zusammengefasst darum geht, dass meine unheilbare lebenslange Krankheit Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) während des längeren Militärdienstes (Uof und Abverdienen des Korporalsgrades) in der Sanitätsgebirgskompanie auf dem Lukmanierpass beim Iglubau und der Übernachtung darin erstmalig aufgetreten war, und wie in der Folge der Gesundheitsschaden medizinisch und juristisch abgewickelt worden war; darum geht es.

Wenn Du Dich für mehr Details diesen Fall betreffend interessierst, so findest Du ~ 50 Einträge auf meiner Webseite www.staatsschreiber.com.

Nun zum Gefallen, um den ich Dich hiermit freundlich bitte: In einem ausführlichen YouTube-Video mit Markus Somm (Nebelspalter) berichtet der Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli u. a. über seine Teilnahme an der ersten UN-Blauhelm-Mission in Namibia im Jahr 1989. – Auch ich hatte bereits den Marschbefehl in Bern erhalten und hätte entsendet werden sollen, wenn nicht unser* Schulkommandant der Sanitätsrekrutenschule, Oberst i Gst Hans Gall, aus Mangel an Unteroffizieren mich stattdessen in die Gebirgskompanie eingeteilt hatte, wo in der Folge oe Krankheit zum Ausbruch kam. Darüber möchte ich dem äusserst sympathischen Chef der Armee einen persönlichen Brief schreiben und benötige dafür seine Hausadresse in Oberkirch – Weisst Du, an welcher Adresse er wohnt? Ich glaube, dass Du diesen Gefallen mir erweisen kannst.

Pfadfindergrüsse aus Fernost

Fabian / Möggi

Bangkok, 14.02.2022

Lieber Jürg / Pen

Da bin ich nochmals und nachfolgend, im Anhang findet sich ein zweiseitiger Brief, den ich Dir zur Weiterleitung an Picco zusende; bitte per WhatsApp weiterleiten.

Auf Deutsch gesagt; hat es mich aufgewühlt, um nicht zu sagen: «erschüttert»! Zwei Lähmungen erlebt und danach ein Leben lang erwerbsunfähig…. – Und bei mir ein Wangenschleimhautabstrichresultat – positiv – und danach ein Leben lang erwerbsunfähig….

Unter uns gesagt: Der Chef der Armee, Thomas Süssli hat zwei Töchter, welche im Alter meiner Tochter sind. Und wenn diese, unsere nächste Generation «in den Militärdienst gelockt» werden, so wie sich die Führung, die Leitung der Armee ausdrückt, so soll sie die Versicherung als Versicherung betreiben und nicht als «Verunsicherung»! Bis Ende Februar hat die Militärversicherung beim Kantonsgericht eine Fristerstreckung mit folgender Begründung ersucht: «Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung sowie anderer fristgebundener Geschäfte ist es uns nicht möglich, diese Frist einzuhalten.»

Seit 30 Jahren arbeite ich nichts mehr und stelle fest, dass die Stelle, die mich aus dem System geworfen hat, wegen der hohen Arbeitsbelastung beim Gericht jammert. – Das ist doch allerhand!

Es wäre da noch die Option, den Brief an Thomas Süssli seiner Ehefrau, Frau Birgit Höntzsch zu senden, doch denke ich und bin zuversichtlich, dass er, der Picco, die prominente Familie schon kennt und weiss, wo sie wohnt, und aus dem Datenschutz kein Geheimnis macht….

Im Sinne des Pfadfindermottos: Allzeit bereit, auch Dir, Pen,

♥-liche Grüsse aus Fernost

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009, Pilatus VIII

Pilatus mit Tomlishorn 2’128 m.ü.M.

Bangkok, 10.02.2022

Sehr geehrte Frau Jenny

Vielen Dank für die informativen telefonischen Auskünfte und die Gewähr, dass das Lebenszertifikat, welches von Ihnen im letzten Kalenderjahr mir zugestellt worden war, noch bis Ende Februar 2022 mit den erforderlichen offiziellen Stempeln und Unterschriften, die zur gültigen Abwicklung des Beglaubigungsprozederes notwendig sind, eingereicht werden kann, um zu verhindern, dass ein Zahlungsunterbuch der Militärversicherungsrente eintritt.

Zwischen anderen Dokumenten hatte ich heute die bereits im letzten Dezember von mir handschriftlich ausgefüllten Lücken und die verlangte Unterschrift auf dem Formular eingetragen, geleistet, wiederentdeckt; glücklicherweise noch in der von Ihnen anberaumten 90-Tage-Frist.

Wie ich Ihnen bereits am Telefon erläuterte, ist es bei den hiesigen Amtsstellen nur schwer zu bewerkstelligen, eine Unterschrift oder gar einen offiziellen Stempel auf ein Formular zu bekommen, das von den betreffenden Mitarbeitenden nicht nur nicht gelesen, sondern auch nicht verstanden werden kann: Ersteres, weil die Schrift, das Alphabet, nur ein sehr untergeordnetes Mittel darstellt in der Thailändischen Kultur und Letzteres, weil das Sprachvermögen bei den staatlichen Behördenstellen sich auf die thailändische Sprache beschränkt. Mit anderen Worten: Um nun die untere Hälfte des Formulars gültig und meldepflichtkonform ausfüllen und abstempeln zu lassen, ist ein Gang auf die Schweizer Botschaft unumgänglich.

Die Automatisierung des Lebenskontrollprozesses, sowohl bei den Alters-, wie auch bei den Invalidenrentnern wurde beim Wechsel des letzten Kalenderjahres realisiert und kommuniziert. Das bedeutet konkret, dass oe Versicherte, welche im Wohnsitzland Thailand bei der Schweizerischen Botschaft gemeldet sind, automatisch periodisch an die Schweizerische Ausgleichskasse in Genf vom Auslandschweizerregister übermittelt und gemeldet werden. Um nun schliesslich die Militärversicherungsrente, welche versicherungstechnisch und administrativ nicht mit der Invalidenversicherungsrente für den sicheren Abwicklungsvorgang des Beglaubigungsprozesses gekoppelt werden kann, ohne Unterbruch transferiert zu bekommen, ist eine elektronische Terminvereinbarung vorzunehmen.

Diverse Versuche über mir zugesendete Links von der Schweizerischen Botschaft und Aufrufe der Webseite über verschiedene Browser blieben erfolglos: Die Error-Meldung mit der Kennnummer 522 wurde ausgewiesen mit dem Hinweis, es in wenigen Minuten erneut zu versuchen, einen digitalen Konsultationsbesuch vorgängig zum persönlichen Besuch zu terminieren.

Es ist in dieser schwierigen Zeit nicht einfach nachzuvollziehen, weshalb automatisierte Ablaufprozesse nicht störungssicher funktionieren. Insbesondere hat auch die Helpline des Eidgenössischen Departementes für Äusseres in diesem Sachverhalt keine Stütze bieten, keine Hilfe leisten können.

Und weil es bereits das zweite Mal innert gut einem Jahr auftritt, dass ich Gefahr laufe, dass Gelder nicht in der Zeit ausbezahlt werden, nehme ich dies als Anlass, den Vorfall anzukündigen, zu melden.

Man versucht als rechtschaffener Schweizer Bürger die Regeln und Leitplanken zu befolgen und einzuhalten; die Ausstellung des Lebensbescheinigungszertifikates ufern aus in einen Hürden- und Stafettenlauf! Aufgrund der geschilderten organisatorischen Hinderungsgründe ersuche ich um eine Fristerstreckung für die Einreichung des Formulars um weitere 30 Tage.

                                                                                   Mit freundlichen Grüssen

                                                                                   Fabian Bucher

Kopie: Schweizerische Botschaft in Bangkok

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009, Pilatus VII

Pilatus 2’128 m.ü.M.

Bangkok, 06.02.2022

Sehr geehrter Herr Nejkov

Ihr Brief hat mich am 02.02.2022, meinem 55. Geburtstag, erreicht; es hat mich sehr gefreut, dass ein Bundesgerichtsurteil einen Brief fast 9’000 Kilometer in ein weit entferntes Land fliegen lässt.

Die zehn Kommentare konnte ich etwas unter die Lupe nehmen und mir dabei eine Meinung bilden, zu verstehen versuchen, was andere Menschen mit ganz anderen Motiven als ich, dazu bewegt, ein Gerichtsurteil nachbeurteilen zu lassen.

Wo beim einen oder anderen Fall die juristische Sprache etwas gar abstrakt bei der Formulierung ausgefallen war, wäre man im Digitalen Zeitalter mit einem kleinen Team von einem Fotografen und einem Journalisten gut unterwegs: Wenn das 3-Säulenprinzip auf der Strecke bleibt, mit den neuen Medien nachzufassen und auf Wunsch des jeweiligen Beschwerdeführers exakter Hinzuschauen – mit Bild und Ton – zu erspüren, wie denn die Sicht des Bürgers, die Lebenssituation des Betroffenen, des Opfers oder aber auch des Beschuldigten, des Straftäters aussieht: Damit meine ich die konkrete Lebenssituation eines Menschen in seinem spezifischen Umfeld. Was nämlich ein Richter mit Paragrafen aburteilen kann, sieht manchmal sehr abstrakt aus, wenn man lediglich das Urteil vor sich hat, den Sachverhalt in Textform.

In Ihrer Korrespondenz war nicht ersichtlich, auf welche Urteilsverkündung Sie sich beziehen, weil gleich mehrere Verfahren hängig sind. Handelt es sich vielleicht um die Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009 vom 04.11.2009? – In diesem Verfahren hat soeben die Militärversicherung ein Gesuch um Fristerstreckung im Vernehmlassungsverfahren eingereicht. Um das oe zu illustrieren, verweise ich auf meine Webseite www.staatsschreiber.com.

                                                                                   Mit freundlichen Grüssen aus Fernost

                                                                                   Fabian Bucher

P. S. Unter «Pilatus VII» finden Sie diesen Brief publiziert.

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009, Pilatus VI

Pilatus, 2’128 m.ü.M.

Bangkok, 30.08.2021

Sehr geehrte Frau Dr. Obermüller

Vielen Dank für die Blumen(-karte): Ihr Brief ist schon vor einiger Zeit bei mir angekommen, hat mir jedesmal, wenn ich ihn wieder las, erneut eine gute Laune gebracht und Mut gegeben.

Vor zwei Stunden schaltete ich die Klimaanlage und den Fernseher aus, stieg die Treppe hoch zum Schlafzimmer und wie jede Nacht, öffnete ich eine App, um mich mit einem Hörspiel in den Schlafmodus zu versetzen. Mit der «Such-Lupe» auf der SRF-App nach «Diggelmann» geschaut, zeigte sich das Hörspiel «S’ Urächt vo dr Grächtigkeit», welches ich schon kannte und Ihr Interview vom 04.08.2008. Nach der Hälfte setzten die „Bluetooth-Ear-Pads“ aus. Gerade bei der Stelle, wo Sie erklärten, dass Walter Matthias Diggelmann nach einem Militärunfall nicht mehr mit der Schreibmaschine schreiben konnte…. Handelte es sich hierbei um einen Unfall bei den Fliegertruppen, wie im «Verhör des Harry Wind» herauszulesen ist?

Wären Sie so freundlich und gütig, mir darüber Auskunft zu geben? – Im Sinne einer persönlichen Spurensuche?

Übrigens: Das grossformatige Acrylbild von Hans Falk «The Monkey House», welches auf dem soeben erwähnten Roman abgebildet ist, gefällt mir sehr; Hans Falk kannte ich nicht persönlich, doch telefonierten wir ab und zu miteinander, als ich ein Kunsthandelspraktikum bei der Firma Artefides und Ars Collect absolviert hatte. Eine Serie von «Zirkus Knie-Bildern», relativ hochpreisige Lithographien in kleinen Serien, mit Acryl handüberarbeitet hingen über dem Schreibtisch.

Im Brief vom 10.04.2021 erwähnte ich den fraglichen Sachverhalt, der mich seit fast zwei Jahren plagt und mich nachts nicht mehr schlafen lässt: «Wie oft kommt es vor, dass ein/e Doktorand/in eine Dissertation ihrem/seinem Doktorvater resp. ihrer/seiner Doktormutter abgibt und nicht weiss, dass sie/er ohne die Erteilung der Doktorwürde den Doktortitel bei der Unterschrift noch nicht nennen darf?»

Ich werde nicht darum herumkommen und Frau Dr. med. Karin Barbara Oberbörsch einen persönlichen Brief schreiben und diesen als weiteren Anhang dem Revisionsgesuch beilegen.

Hoffentlich geht es Ihnen gesundheitlich gut; wie kostbar Gesundheit ist, erfahren wir (Menschen) erst nach deren Verlust.

Bliibed Sie ‘xund

Fabian Bucher

                                                                                   Bangkok, 05.10.2021

Sehr geehrte Frau Doktor Obermüller

Den Brief vom 30.08.2021 habe ich Ihnen bis heute nicht zugestellt. Stellen Sie sich vor, ich hatte zwischenzeitlich Korrespondenzen an das Bundesversicherungsgericht, Luzern, und an das Luzerner Kantonsgericht innert der anberaumten Frist einzureichen, und da können Sie sich vorstellen, dass ich mit dem Scheuklappenblick alles, was nicht direkt mit dem Militärversicherungsfall zu tun hatte, ausgeblendet hatte.

Ich erwähnte es schon im obenerwähnten Brief und frage erneut, weil es mich interessiert: «War die gesundheitliche Beeinträchtigung von Walter Matthias Diggelmann für ihn von so grosser Tragweite, schlimm, sodass er mit dem Schreiben des «Das Verhör des Harry Wind» ein «Ventil» gefunden hatte, wo er Dampf ablassen, quasi ein Mittel gefunden hatte, wo er Ballast abwerfen konnte?» – Ich frage deshalb, weil mein Bruder Lukas mir immer, wenn wir telefonieren, sagt, ich würde jedesmal, wenn wir telefonieren, vom Militärfall zu sprechen anfangen.

Für Sie habe ich noch etwas anderes Familiäres: Ein Brief meiner Grossmutter (mütterlicherseits) – sie hatte vierzehn Kinder – wurde auf meine Anfrage von der Staatskanzlei des Kantons Luzern mir zugestellt, zusammen mit weiterer Korrespondenz, mehr als 40 A4-Seiten, welche in der Folge dazu führten, dass zwei meiner Tanten und ein Onkel, welche infolge Fremdplatzierung nach dem Ende des 2. Weltkriegs vom Staat Schweiz eine «Genugtuung» in der Höhe von sFr. 25’000.— zugesprochen erhalten haben (Wiedergutmachungsinitiative). Im Sinne einer «Spurensuche» hatte ich für die drei die Gesuche eingereicht.

Falls Sie dies interessiert, würde ich Ihnen von meinem Onkel Toni in einem nächsten Brief berichten. Übrigens: Ab und zu bin ich bei «Ricardo» und kürzlich kaufte ich ein Schreibzeug von einem Anbieter aus Männedorf; diese betreiben das Brockenhaus und ab und zu wird das eine oder andere Kleinod über Ricardo angeboten. – Da dachte ich natürlich auch an Sie.

Wie, wenn ich fragen darf, verbringen Sie die freie Zeit? Welche Hobbies haben Sie und Ihr Mann? Fahren Sie Zug? Besuchen Sie Museen? Falls ja, möchte ich Ihnen einen Vorschlag unterbreiten: Kennen Sie das Picasso-, Kleemuseum? Das Museum Rosengart in Luzern? Das wäre eine Reise, ein Tagesausflug wert! Vielleicht ist es Ihnen ja ab und zu langweilig und Sie möchten etwas erleben! Und falls ja: Berichten Sie mir davon in einem weiteren Brief?

♥-liche Grüsse aus Bangkok

Fabian Bucher

Auf den Spuren der verlorenen Gesundheit

Lukmanierpass 1’920 m.ü.M.

Motivationsschreiben

Sehr geehrter Herr Doktor Garzoli

sehr geehrtes Gremium des Bildungs-, Kultur- und Sportdepartementes des Kantons Tessin

Als junger erwachsener Schweizer Bürger hatte ich mehrere Male die Gelegenheit für ausgedehnte Zeiträume im Tessin zu sein. Als Sanitätsrekrut war ich von August bis November 1987 in der Caserma Losone stationiert, absolvierte dort die Sanitätsrekrutenschule. Kurze Zeit später, im Januar 1988, hatte ich mich für eine Militärdienstleistung in der Offizierskaserne in Tesserete aufgehalten. Dort hatte ich meine ersten Erfahrungen als künftiger Schriftsteller sammeln können: Während dreier Wochen hatten wir die Sekretariatsaufgabe, mit je einer damals modernen Kugelkopfschreibmaschine von IBM sämtliche Tagesbefehle für die bevorstehende Sanitätsoffiziersschule zu schreiben. Nach drei Wochen waren wir zwei Sanitätssoldaten Sekretariatsspezialisten im OS-Büro unter dem damaligen Adjutanten Corti: Berge von Korrespondenzen hatten wir – literarisch gesprochen – umgewälzt und abgearbeitet, abgetippt.

Ein Jahr später hatte ich mich erneut für eine längere Zeit im Tessin aufgehalten: Zum Absolvieren der Unteroffiziersschule und gleich anschliessend zur Dienstleistung des Gradabverdienens.

Hier nun geschah etwas Dramatisches und Schicksalshaftes: Platzmangel in der Kaserne wurde mit einem Aufenthalt in Torre im Bleniotal behoben; und als der Gebirgskompanie zugeloster Uof, Korporal, gehörte ich dem Tross an, die eine zweitägige Skitour unternommen und auf dem Lukmanierpass Iglus gebaut hatten. Im gleichen Monat, im April 1989, hatte ich mich für vier Tage in die Clinica Militare nach Novaggio begeben müssen. «Das Auffallendste», was der damalige Chefarzt, Herr Dr. med. Frédéric von Orelli, herausgefunden und festgehalten hatte, war die erstmalig dokumentierte «Sacroiliitis – klinisch stumm». In der Folge wurde mir nach einem «Wangenschleimhautabstrich» das Resultat offenbart: Die Diagnose lautete «Morbus Bechterew». Im floriden Stadium führte diese unheilbare Krankheit bei mir in den 90-er Jahren zur Vollinvalidität. Und genau darüber plane ich seit geraumer Zeit einen Roman zu verfassen. Auf den Spuren meiner verlorenen Gesundheit zu wandern, zu forschen, zu ergründen und zu finden! Gleichzeitig auch in der Schweizer Sonnenstube das schönste, was es landschaftlich hergibt mit den Sinnen zu erfahren, zu erleben, zu beschreiben und zu berichten. Das ist der Reiz und die Lust, was mich gestern und heute dazu bewegt und veranlasst hat – kurz vor Eingabeschluss -, mich für das Buchprojekt bei Ihnen zu bewerben.

Authentizität erreicht man als Schriftsteller, wenn man sich am Ort des Geschehens aufhält. Auf Google Maps sieht man die einzigartige Naturlandschaft nur beschränkt. Wie ein von sehr weit weg herbeigeholter Traum, das ausgedachte Romanprojekt im Maggiatal auf Papier zu bringen und druckreif werden zu lassen, dieses zur Blüte und zur Reife auszuformulieren, tönt das heute….

Ob daraus sich eine spannend zu lesende Geschichte entwickelt mit autobiografischen Spuren hintermalt, dafür bewerbe ich mich handschriftlich, aufrichtig und authentisch.

Mit freundlichen Grüssen aus Fernost

Fabian Bucher

P. S. Diese Korrespondenz finden Sie in gedruckter Form auf meiner Webseite: www.staatsschreiber.com.

Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009, Pilatus V

Pilatus, 2’128 m.ü.M.

Bangkok, 31.08.2021

Sehr geehrter Herr Gall (Divisionär a. D.)

Zum diesjährigen Nationalfeiertag hielt der Vizepräsident des Bundesrates, Herr Ignazio Cassis, eine von uns Auslandschweizern vielbeachtete Rede auf der Schweizerischen Botschaft in Bangkok, welche virtuell über Facebook und YouTube mit verfolgt werden konnte. Natürlich kamen Sie mir sofort in den Sinn: «Sie erinnern sich an unsere Telefongespräche von vor zwei Jahren?» Sie sagten: Wenn man auf Google nach «Ignazio Cassis und Hans Gall» sucht, gelangt man zum Artikel «Bekenntnis zur Armee». In jenem Artikel antwortete Cassis auf die Frage: «Was nehmen Sie mit?», Folgendes: «In einem Satz: Leiden lernen ohne zu jammern!». Mir gefiel insbesondere auch seine Aussage am Schluss: «… und würde mich freuen, mein ganzes Engagement unserem schönen Land zur Verfügung zu stellen.» In der Winter-UOS im Jahre 1989 lag Ihnen mein Marschbefehl zur Teilnahme an der Ersten Delegation der Schweizer Blauhelm-Mission nach Namibia vor: In einem persönlichen Gespräch in Ihrem Kommandobüro hatten Sie mir die Teilnahme nicht erlaubt, weil die Anzahl der Korporäle für die bevorstehende Sanitätsrekrutenschule – ohne mich – zu gering gewesen wäre.

Statt als Assistent des Quartiermeisters nach Windhoek/Namibia abkommandiert zu werden, wo es bei trockenem, heissem Klima mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zum Ausbruch der lebenslangen, unheilbaren Krankheit Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) gekommen wäre, wie dies leider in der Gebirgskompanie bei den feuchten, nasskalten Wetterbedingungen auf dem Lukmanierpass beim Iglubau und anschliessender Übernachtung darin halt geschehen war! – Nun: Nicht, dass Sie jetzt denken, ich würde Ihnen eine Schuld zuweisen, das nicht; als militärdienstleistender, gradabverdienender Unteroffizier während des längerdauernden Dienstes, der Winterrekrutenschule SAN RS 67/267, ist der Dienstleistende gegen Krankheit versichert! Keine Frage. Demnach bitte ich Sie in dieser Korrespondenz um zweierlei: Richten Sie Herrn Christoph Unterfinger (Hauptmann a. D) herzliche Grüsse aus, und ob er so freundlich sein wole, die Kiste mit den Lichtbildern, den Dias vom obenerwähnten Militärdienst dem bekannten Fotografen, Herrn Martin Rütschi, Wollerauerstrasse 5, 8834 Schindellegi/SZ, Handynummer: 079/402 02 12, zu schicken.

Ich erinnere eine Gruppe Vorgesetzter, welche bei mir vorbeigekommen ist, als ich Schneeziegel für die zwei Zugsiglus ausgestochen hatte und ich möchte meinen, das Klicken des Fotoapparates hintergründig wahrgenommen zu haben.

Zweitens: In meiner Rekrutenschule im Sommer 1987 war Leutnant Marc Bors mein Zugsführer; im Beurteilungsbogen kreuzte er bei mir «Vorschlag zum Weitermachen» an; seit einigen Jahren ist der damalige Leutnant Professor an der Universität Fribourg und lehrt Römisches Recht. Aufgrund der ausserordentlichen Tragik und Dramatik bitte ich Sie hiermit, ein «Gutes Wort» ihm auszurichten, zusammen mit der Bitte, ob eine wissenschaftliche Dissertation mit der Fragestellung zum Thema Genetik, genetische Prädisposition von einem seiner Doktoranden erarbeitet werden könne.

Seine Anschrift lautet: Herr Professor Dr. iur. Marc Bors, BQC 11 bu. 5.126, Avenue Beauregard 11, 1700 Fribourg, Telefon : 026-300 81 52, E-Mail : marc.bors@unifr.ch

Eine Kopie des Artikels « Bioethics and Genomics» des renommierten amerikanischen Professors George J. Annas lege ich der Korrespondenz an Herrn Professor Dr. iur. Marc Bors bei.

Schliesslich bitte ich förmlich und höflich um Verständnis in dieser langwierigen juristischen Angelegenheit ein letztes Mal aktiv zu sein. Anhand der beiliegenden Briefe können Sie sich ein Bild machen, weshalb die Revision des Bundesgerichtsentscheids die allerletzte gangbare Möglichkeit ist, die verlorene Lebensfreude zurückzuerlangen.

Mit freundlichen Grüssen

Fabian Bucher