Revision des Bundesgerichtsentscheids 8C_329/2009, Pilatus VI

Pilatus, 2’128 m.ü.M.

Bangkok, 30.08.2021

Sehr geehrte Frau Dr. Obermüller

Vielen Dank für die Blumen(-karte): Ihr Brief ist schon vor einiger Zeit bei mir angekommen, hat mir jedesmal, wenn ich ihn wieder las, erneut eine gute Laune gebracht und Mut gegeben.

Vor zwei Stunden schaltete ich die Klimaanlage und den Fernseher aus, stieg die Treppe hoch zum Schlafzimmer und wie jede Nacht, öffnete ich eine App, um mich mit einem Hörspiel in den Schlafmodus zu versetzen. Mit der «Such-Lupe» auf der SRF-App nach «Diggelmann» geschaut, zeigte sich das Hörspiel «S’ Urächt vo dr Grächtigkeit», welches ich schon kannte und Ihr Interview vom 04.08.2008. Nach der Hälfte setzten die „Bluetooth-Ear-Pads“ aus. Gerade bei der Stelle, wo Sie erklärten, dass Walter Matthias Diggelmann nach einem Militärunfall nicht mehr mit der Schreibmaschine schreiben konnte…. Handelte es sich hierbei um einen Unfall bei den Fliegertruppen, wie im «Verhör des Harry Wind» herauszulesen ist?

Wären Sie so freundlich und gütig, mir darüber Auskunft zu geben? – Im Sinne einer persönlichen Spurensuche?

Übrigens: Das grossformatige Acrylbild von Hans Falk «The Monkey House», welches auf dem soeben erwähnten Roman abgebildet ist, gefällt mir sehr; Hans Falk kannte ich nicht persönlich, doch telefonierten wir ab und zu miteinander, als ich ein Kunsthandelspraktikum bei der Firma Artefides und Ars Collect absolviert hatte. Eine Serie von «Zirkus Knie-Bildern», relativ hochpreisige Lithographien in kleinen Serien, mit Acryl handüberarbeitet hingen über dem Schreibtisch.

Im Brief vom 10.04.2021 erwähnte ich den fraglichen Sachverhalt, der mich seit fast zwei Jahren plagt und mich nachts nicht mehr schlafen lässt: «Wie oft kommt es vor, dass ein/e Doktorand/in eine Dissertation ihrem/seinem Doktorvater resp. ihrer/seiner Doktormutter abgibt und nicht weiss, dass sie/er ohne die Erteilung der Doktorwürde den Doktortitel bei der Unterschrift noch nicht nennen darf?»

Ich werde nicht darum herumkommen und Frau Dr. med. Karin Barbara Oberbörsch einen persönlichen Brief schreiben und diesen als weiteren Anhang dem Revisionsgesuch beilegen.

Hoffentlich geht es Ihnen gesundheitlich gut; wie kostbar Gesundheit ist, erfahren wir (Menschen) erst nach deren Verlust.

Bliibed Sie ‘xund

Fabian Bucher

                                                                                   Bangkok, 05.10.2021

Sehr geehrte Frau Doktor Obermüller

Den Brief vom 30.08.2021 habe ich Ihnen bis heute nicht zugestellt. Stellen Sie sich vor, ich hatte zwischenzeitlich Korrespondenzen an das Bundesversicherungsgericht, Luzern, und an das Luzerner Kantonsgericht innert der anberaumten Frist einzureichen, und da können Sie sich vorstellen, dass ich mit dem Scheuklappenblick alles, was nicht direkt mit dem Militärversicherungsfall zu tun hatte, ausgeblendet hatte.

Ich erwähnte es schon im obenerwähnten Brief und frage erneut, weil es mich interessiert: «War die gesundheitliche Beeinträchtigung von Walter Matthias Diggelmann für ihn von so grosser Tragweite, schlimm, sodass er mit dem Schreiben des «Das Verhör des Harry Wind» ein «Ventil» gefunden hatte, wo er Dampf ablassen, quasi ein Mittel gefunden hatte, wo er Ballast abwerfen konnte?» – Ich frage deshalb, weil mein Bruder Lukas mir immer, wenn wir telefonieren, sagt, ich würde jedesmal, wenn wir telefonieren, vom Militärfall zu sprechen anfangen.

Für Sie habe ich noch etwas anderes Familiäres: Ein Brief meiner Grossmutter (mütterlicherseits) – sie hatte vierzehn Kinder – wurde auf meine Anfrage von der Staatskanzlei des Kantons Luzern mir zugestellt, zusammen mit weiterer Korrespondenz, mehr als 40 A4-Seiten, welche in der Folge dazu führten, dass zwei meiner Tanten und ein Onkel, welche infolge Fremdplatzierung nach dem Ende des 2. Weltkriegs vom Staat Schweiz eine «Genugtuung» in der Höhe von sFr. 25’000.— zugesprochen erhalten haben (Wiedergutmachungsinitiative). Im Sinne einer «Spurensuche» hatte ich für die drei die Gesuche eingereicht.

Falls Sie dies interessiert, würde ich Ihnen von meinem Onkel Toni in einem nächsten Brief berichten. Übrigens: Ab und zu bin ich bei «Ricardo» und kürzlich kaufte ich ein Schreibzeug von einem Anbieter aus Männedorf; diese betreiben das Brockenhaus und ab und zu wird das eine oder andere Kleinod über Ricardo angeboten. – Da dachte ich natürlich auch an Sie.

Wie, wenn ich fragen darf, verbringen Sie die freie Zeit? Welche Hobbies haben Sie und Ihr Mann? Fahren Sie Zug? Besuchen Sie Museen? Falls ja, möchte ich Ihnen einen Vorschlag unterbreiten: Kennen Sie das Picasso-, Kleemuseum? Das Museum Rosengart in Luzern? Das wäre eine Reise, ein Tagesausflug wert! Vielleicht ist es Ihnen ja ab und zu langweilig und Sie möchten etwas erleben! Und falls ja: Berichten Sie mir davon in einem weiteren Brief?

♥-liche Grüsse aus Bangkok

Fabian Bucher

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